Relief-Papierpaste die Zweite

Gestern habe ich Euch meine Eindrücke, und die Möglichkeiten, die sich mir beim Testen und Ausprobieren der Relief-Papierpaste eröffnet haben, geschildert. Da es keine Farbe und auch keine Strukturpaste ist, habe ich nach der Grundidee für die Relief-Papierpaste gesucht.

Ich muss gestehen, dass ich kein Anleitungsleser bin, egal wie lang oder wie kurz diese ist,  ich stehe eher auf Ausprobieren und setze, sofern möglich, alle meine Sinne ein, um Dinge kennenzulernen. Genauso bin ich auch an die Relief-Papierpaste herangegangen,  fühlen, tasten, sehen, riechen. Zu hören gab es nichts und schmecken wollte ich nicht 🙂 Also bin ich ganz unbedarft an das Material herangegangen und habe mich nur von dem Namen des Produktes leiten lassen, und alles was mir in den Sinn gekommen ist, mit der Relief-Papierpaste ausprobiert. Angefangen beim Schablonieren, über das Darstellen von Formen bis hin zum Matschen, Schmieren und Stempeln.

Wenn man ein Produkt testet, sollte man sich aber nicht nur von den eigenen Sinnen leiten lassen, sondern auch berücksichtigen, was der Hersteller im Sinn hatte, als er das Produkt entwickelte und ob das Produkte die vorgegebenen Merkmale erfüllt.

Welchem Zweck soll die Relief-Papierpaste also dienen? Deklariert ist das Produkt als Schablonierpaste, die spezielle für das Arbeiten auf Papier ausgerichtet ist. Wenn man das Produkt nur unter diesem Aspekt betrachtet, stellt man sich oder zumindest ich mir die Frage: “Was macht die Relief-Papierpaste so besonders?” und “Worin unterscheidet sich die Relief-Papierpaste zu Strukturpasten noch, außer zu den im gestrigen Artikel bereits erwähnten Konsistenz?”

Schauen wir uns die Relief-Papierpaste an. Schraubt man den Deckel auf und entfernt das Schutzpapier, lacht uns eine weiße, dickflüssige Masse an. Die Masse hat einen leicht kreidigen, aber keinen unangenehmen Geruch. Den Geruch nimmt man nur war, wenn man mit der Nase direkt an das Töpfchen geht. Nimmt man ein wenig von der Masse zwischen zwei Fingern, fühlt sich die Masse weich und cremig an.

Nun heißt es Anleitung lesen. In der Anleitung steht, dass die Relief-Papierpaste mit einem Spachtel dünn aufgetragen werden soll und im Anschluss 2 – 6 Stunden trocknen muss.

Habe ich gemacht und für gut befunden. Das Arbeiten auf Papier lässt sich leicht umsetzen und hält das Papier in Form. Das Papier wellt sich trotz der Feuchtigkeit kaum, also eine sehr positive Eigenschaft, denn welliges Papier kommt nicht gut an.

Weiter steht in der Anleitung, das die Relief-Papierpaste nach dem Trocknen leicht mit den Fingern, einem Tuch oder einem Radiergummi geglättet werden kann.

Gut, Ränder säubere ich in der Regel gleich, da man nicht nur bei Strukturpasten im nach hinein kaum noch eine Chance hat Fehler zu korrigieren. Hier arbeite ich, wie auch in der Anleitung beschrieben, allerdings bevor der Auftrag durchgetrocknet ist, mit den Fingern oder einem Tuch, reibe die Ränder sauber und ziehe die Paste ab. Mit einem Radiergummi kann ich allerdings weder im feuchten noch im trockenen Zustand etwas ausrichten, um die Strukturpaste zu verändern oder Bereiche zu säubern.

Das mit dem Radiergummi muss also getestet werden.

Tatsächlich lässt sich die Relief-Papierpaste mit dem Radiergummi bearbeiten. Eigentlich müsste man das in einem Live-Stream zeigen, damit man das direkt sehen kann. Für Live-Streams und Hangouts muss ich mein Technikwissen erweitern, habe so etwas bis dato noch nicht gemacht,  von daher habe ich jetzt erst einmal nur Bilder für Euch.

Relief-8-1_DanielaRogallHier habe ich mit den Fingern Relief-Papierpaste verrieben. Zurück bleibt ein feiner weißer Film, so als wäre eine Tafel nicht richtig abgewischt worden.

Relief-8-2_DanielaRogallDiesem feinen weißen Film bin ich dann mit dem Radiergummi zu Leibe gerückt.

Relief-8-3_DanielaRogallund voilà, die Relief-Papierpaste hat sich radieren lassen. Kleine Fehler und Unregelmäßigkeiten lassen sich also wie beschrieben anpassen und entfernen.

Wer auf Alterungseffekte steht, kann mit dem Radiergummi Unregelmäßigkeiten in die Oberfläche reiben und so einen verwitterten, abgegriffenen Eindruck schaffen. Der Effekt kann durch den nachträglichen Farbauftrag z. B. durch 3D-Stempel-Farbe oder Farbe aus einem Stempelkissen hervorgehoben werden und das Aussehen betonen.

Relief-9_DanielaRogallDas Radieren ist eine einfache und schnelle Methode diesen Effekt darzustellen. Ich persönlich bevorzuge allerdings einen Schleifklotz, aber da entwickelt jeder seine eigenen Vorlieben.

In der Anleitung wird erwähnt, das sich die Relief-Papierpaste nur mit dem Radiergummi,  den Fingern oder einem Tuch entfernen lässt, wenn die Farbe nicht fixiert wurde. Das hat mich stutzig gemacht, ich würde gar nicht auf die Idee kommen die Relief-Papierpaste zu fixieren, was ist also damit gemeint. Eine Fixierung lege ich nur über Farben, die ich wie z. B. bei Pastelkreide nicht mehr verändern möchte oder als Schutzfilm. Das konnte hier eigentlich nicht gemeint sein. Damit ich Euch keine falschen Informationen zu komme lasse, habe ich nach gefragt, was es damit auf sich hat.

In diesem speziellen Fall ist mit Fixierung der Farbauftrag durch andere Farbmedien, wie z. B. 3D-Stempel-Farbe gemeint. Die aufgebrachten Farben prägen während des Trocknungsprozesses ihre eigenen Farbeigenschaft aus und versiegeln bzw. fixieren die Relief-Papierpaste und damit ist das Relief nicht mehr mit dem Radiergummi veränderbar.

Das Hauptaugenmerk bei der Relief-Papierpaste liegt beim Schablonieren und dem Erzeugen feiner Reliefs, welche sich einfach und schnell mit der Relief-Papierpaste umsetzen lassen sollen. Wie in allen Bereichen ist es auch beim Schablonieren so, wo gehobelt wird fällt Späne, und so kann es vorkommen, das sich scharfe Kanten oder Schlieren bilden, die dann mit dem Radiergummi leicht zu entfernen sind. Das Säubern und Glätten mit dem Radiergummi nach dem Trocknen der Relief-Papierpaste ist kinderleicht und etwas Besonderes. Der Einsatz des Radiergummis ist mir sonst nur beim Zeichnen und in der Pastellmalerei bekannt.

Für Fragen und Anregungen stehe ich Euch gerne zur Verfügung, Wenn Ihr also etwas wissen wollt, hinterlasst einen Kommentar hier im Beitrag.

Ich bedanke mich für Euren Besuch, und sende
liebe Grüße
Eure
Dani-Text

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